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Do you want to party with the Bonaparte (und Gäste)?

Apr 17

16. April 2011. Das DÄOF-Team war nach Berlin geladen, um sich mit Hot Action Records zu treffen. Nach einer geschäftlichen Besprechung wurde schon im Vorfeld ein Abendprogramm angekündigt - ob Kegeln, Grillen oder Tickets eintüten wurde uns aber nicht mitgeteilt. Bis zur letzten Sekunde galt die höchste Geheimhaltungsstufe! Uns wurde ein mysteriöser Umschlag mit dem Ziel übergeben, sodass nur der Taxifahrer wusste, wo es hingeht: zur Columbiahalle.

 Dort war groß angekündigt: Bonaparte und Gäste! Ratlos standen wir eine Weile vor der Halle - sollten die Gäste etwa die ärzte sein? Und was haben die ärzte mit Bonaparte zu tun?

Letzteres konnten wir auch im Verlauf des Abends nicht klären; dafür fiel uns aber gleich auf, dass auf der Bühne Verstärker mit Aufschrift "Schweden" und "Fahrstuhl" standen. Und damit war es dann wohl klar, und die Vorfreude wuchs!

 Mit Pauken und Trompeten - ausnahmsweise einmal wörtlich - zogen Bonaparte durchs Publikum auf die Bühne. Drei der Musikanten wiesen eine verblüffende Ähnlichkeit mit... sagen wir mal... Laternen-Joe auf. Diese drei nahmen dann auch gleich ihre Plätze auf der Bühne ein und kündigten an, das Vorprogramm zu bestreiten: "Hallo! Wir sind eigentlich Laternen-Joe. Aber heute treten wir mal als die ärzte auf!"
 Los ging es mit Himmelblau - ungewohnt, also ohne Vorhang! Das Publikum schien überrascht, aber spätestens beim Song namens Schunder ging die ganze Halle mit. Dabei handelte es sich doch nur um die Vorband. "Gebt mir ein Bo! Gebt mir ein Napa! Gebt mir ein Rte!"

Es folgte ein Potpourri aus Hits und Schwachfug. Vor Unrockbar erfuhren wir, dass das parallel stattfindende Beatsteaks-Benefizkonzert ja schon ausverkauft sei, sodass sie die ärzte nicht als Vorband bräuchten. Dementsprechend wurden im Lied auch nicht die Beatsteaks erwähnt, sondern die Beatles.

Vor Schrei nach Liebe erfreute sich Farin über Männerliebe im Publikum, da ein Fan den anderen auf die Schultern genommen hatte. Auf der Bühne wurde dann ausgiebig über die Folgen solcher Aktivitäten spekuliert ("Ich liebe es, wenn in meinem Nacken ein Penis hart wird!"). Die perfekte Überleitung zum nächsten Lied, laut Bela: "Schlaff werden gegen Nazis!" Das fand Farin genauso unpassend wie Belas "Anti-Anti-Nazi"-Ansage (angelehnt an den Bonaparte-Song "Anti Anti"), die Rod mit einem "Nazis gegen rechts" kommentierte. Und natürlich auch Nazis gegen Atomkraft! Farin: "Darüber kann ich in fünf Minuten ein Lied schreiben!" Gesagt, getan: "Atomkraft ist dumm. Ein Kraftwerk macht bumm! Und wir fallen alle um..." Und das Fazit: Nazis sind die Atomkraft der Zukunft!
 Das Thema Atomkraft wurde dann auch vor Deine Schuld noch mal aufgegriffen, als Farin bei der Bandvorstellung feststellte, dass Bela das "Kraftwerk unter den Kraftwerken" ist. Daraufhin gab es natürlich einen Kraftwerk-Song. Aber zurück zu Deine Schuld: Wenn sie das Lied laut genug spielen, dann ist auch die FDP gegen Nazis. Aber nur mit Steuersenkungen!

Zum Abschluss gab es noch Junge, natürlich mit obligatorischer Wall of Death. Die euphorisierte Männerliebe im Publikum innerhalb der Wall of Death führte zu vorzeitigem Refrainerguss, was Farin natürlich so nicht hinnehmen konnte: "Dit sing immer noch ick!"


 Nach diesem letzten Höhepunkt gaben die ärzte die Bühne frei für Bonaparte, die ebenfalls ausgiebig der Liebe in allen Variationen und Bekleidungsstadien fröhnten. Gerne würden wir dieses visuelle musikalische Spektakel näher beschreiben, aber ehrlich - das muss man selbst erlebt haben!

 Schön war's! Und jetzt sind wir gespannt, was Laternen-Joe uns sonst noch zu bieten haben!

 

 

Die komplette Setlist:

Himmelblau
Ein Song namens Schunder
Lied vom Scheitern
Die Wikingjugend hat mein Mädchen entführt
Anti-Zombie
Unrockbar
Schrei nach Liebe
Mysteryland
Deine Schuld
Perfekt
Junge

Datum: 17.04.2011
Kategorie:: Die Ärzte
Tags: berlin, konzert, laternen-joe
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